Vergleich

Hetzner vs. Hostinger VPS für KI-Agenten 2026: ehrlicher Vergleich

GWGorden Wuebbe·

Direkte Antwort: Hetzner gewinnt bei Preis-Leistung und CPU-Power, Hostinger punktet mit besserer UX, einfacherem Onboarding und dedizierten KI-Templates. Für reine Performance-Workloads ist Hetzner die erste Wahl, für Einsteiger und schnelles Setup von OpenClaw-Agenten ist Hostinger entspannter. Beide hosten DSGVO-konform in Deutschland.

Du willst einen KI-Agenten wie OpenClaw, einen WhatsApp-Bot oder eine Claude-Pipeline auf einem eigenen Server betreiben und stehst vor der Frage: Hetzner oder Hostinger? Beide sind in der DACH-Region beliebt, beide bieten KVM-VPS in deutschen Rechenzentren, und beide sind im Preis vergleichbar. Trotzdem unterscheiden sie sich an Stellen, die für KI-Workloads richtig wichtig werden: Burst-Performance, Storage-IOPS, Netzwerk-Stabilität und vor allem die Geschwindigkeit, mit der du als Solo-Entwickler oder kleines Team produktiv wirst.

Ich habe beide Anbieter in den letzten 18 Monaten parallel betrieben: Auf einem Hetzner CX22 läuft mein Lead-Pipeline-Crawler, auf einem Hostinger KVM 2 ein OpenClaw-Gateway mit drei Telegram-Bots. In diesem Vergleich teile ich, was wirklich zählt, wenn du KI-Agenten betreibst – nicht die Marketing-Specs, sondern die kleinen Reibungspunkte im Alltag.

Server-Rack im Rechenzentrum

Die Ausgangslage: Was braucht ein KI-Agent eigentlich?

Bevor wir in den Vergleich einsteigen, kurz die Anforderungen. Ein typischer OpenClaw-Stack besteht aus:

  • Node.js 22 für das Agent-Framework
  • Anthropic API für Claude-Calls (kein lokales LLM)
  • Eine Messenger-Schnittstelle (Telegram, WhatsApp, Slack, Discord)
  • Persistenter Storage für Skills, Logs, Memory
  • Eventuell ein Reverse-Proxy (Caddy oder Nginx)

Das heißt: Du brauchst keine GPU. Die schwere Arbeit (LLM-Inference) macht Anthropic remote. Was dein VPS leisten muss:

  1. Stabile Netzwerkverbindung mit niedriger Latenz zu api.anthropic.com
  2. Genug RAM für Node.js + Puppeteer (bei WhatsApp-Bots)
  3. Schnelle SSD für Logs und SQLite-Datenbanken
  4. Ausreichend CPU für gelegentliche Skill-Workloads (HTML-Parsing, PDF-Generierung)

Für solche Workloads sind 2-4 vCPUs und 4-8 GB RAM in der Regel mehr als genug. Genau in diesem Segment kämpfen Hetzner und Hostinger Kopf an Kopf.

Preisvergleich: Was kosten vergleichbare Tarife?

Beide Anbieter überarbeiten ihre Preise regelmäßig, deshalb hier die Größenordnung Stand 2026 (Listenpreise können sich ändern, prüf vor Bestellung):

| Tarif | vCPU | RAM | SSD | Traffic | Preis/Monat | |---|---|---|---|---|---| | Hetzner CX22 | 2 vCPU | 4 GB | 40 GB | 20 TB | ab ~5 € | | Hostinger KVM 2 | 2 vCPU | 8 GB | 100 GB | 8 TB | ab ~7 € | | Hetzner CX32 | 4 vCPU | 8 GB | 80 GB | 20 TB | ab ~7 € | | Hostinger KVM 4 | 4 vCPU | 16 GB | 200 GB | 16 TB | ab ~13 € |

Die Tabelle zeigt eine Faustregel: Hetzner ist günstiger pro vCPU, Hostinger ist günstiger pro GB RAM und SSD. Für ein OpenClaw-Setup, das hauptsächlich auf Anthropic-API wartet und nicht selbst rechnet, ist viel RAM oft praktischer als rohe CPU-Power, weil du parallel mehrere Bots, einen Caddy, eine kleine Datenbank und eventuell ein Dashboard betreiben willst.

Wichtig: Die Listenpreise sind nur ein Teil der Story. Hostinger arbeitet stark mit Promo-Preisen für 12, 24 oder 36 Monate Laufzeit – da bekommst du den KVM 2 oft für unter 5 €/Monat, wenn du dich auf 24 Monate festlegst. Hetzner hat keine solchen Promo-Bindungen, dafür ist der Listenpreis direkt fair.

Mein Take: Wenn du dich nicht festlegen willst und maximale Flexibilität brauchst, ist Hetzner das ehrlichere Modell. Wenn du weißt, dass du mindestens 12 Monate hosten wirst und mehr RAM/SSD willst, holst du bei Hostinger über die Aktion oft mehr raus.

Performance im Alltag: Wo merkst du den Unterschied?

Beide Anbieter setzen auf moderne KVM-Virtualisierung mit AMD EPYC oder Intel Xeon Skylake-/Cascade-Lake-CPUs. In synthetischen Benchmarks (Geekbench, Sysbench) sind die Unterschiede überschaubar, in der Praxis fallen aber drei Dinge auf:

CPU-Steady-State

Hetzner gibt bei den Cloud-CX-Tarifen volle CPU-Performance frei. Du kannst eine vCPU stundenlang auf 100 % auslasten ohne Throttling. Bei Hostinger erlebst du in den Einsteiger-Tarifen gelegentlich CPU-Steal (also Wartezeit auf den Hypervisor), wenn andere Mieter auf demselben Host gerade rödeln. Für Bursty-Workloads (eine schnelle Skill-Ausführung, dann wieder idle) ist das egal. Wenn du aber ein Crawler-Skill betreibst, der dauerhaft HTML parst, merkst du den Unterschied.

Disk-IOPS

Hostinger NVMe-SSDs sind in meinen Messungen ~10-20 % schneller bei Random-Reads als Hetzners Cloud-SSDs. Für SQLite-Datenbanken (z. B. die OpenClaw-Memory-DB) ist das messbar, aber nicht spielentscheidend. Wer Postgres mit tausenden Schreibzugriffen pro Sekunde betreibt, sollte sowieso einen Datenbank-Tarif nehmen.

Netzwerk-Latenz zu Anthropic

Beide Anbieter sind in Frankfurt am Main gut angebunden. Hetzner-Standorte (Falkenstein, Nürnberg, Helsinki) haben minimal höhere Latenz zu us-east-1 (wo Anthropic primär hostet) als Hostingers Frankfurt-DC, aber das sind Millisekunden, die für einen Chat-Agenten praktisch irrelevant sind.

Code auf einem Bildschirm

DSGVO und Compliance: Beide grün, aber unterschiedlich

Beide Anbieter sind deutsche bzw. EU-Unternehmen mit DSGVO-konformer Infrastruktur. Ein paar feinere Unterschiede:

Hetzner:

  • Hauptsitz: Gunzenhausen, Bayern
  • Rechenzentren: Falkenstein, Nürnberg, Helsinki, Ashburn
  • AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) automatisch mit Vertragsabschluss
  • ISO 27001 zertifiziert
  • Klare deutsche Rechtssprechung

Hostinger:

  • Hauptsitz: Kaunas, Litauen (EU)
  • Rechenzentren u. a. Frankfurt am Main, Vilnius, London, Singapur, Sao Paulo, Phoenix
  • AVV auf Anfrage / im Self-Service-Portal verfügbar
  • ISO 27001 zertifiziert, PCI-DSS für Bezahl-Workflows
  • Litauisches Recht, EU-DSGVO-Geltung

Für reine KI-Agenten-Workloads, bei denen personenbezogene Daten verarbeitet werden (z. B. Chat-Inhalte deiner Kunden), ist es wichtig, das Frankfurt-Rechenzentrum zu wählen. Bei Hetzner kannst du gar nicht außerhalb der EU buchen, wenn du es nicht aktiv willst. Bei Hostinger musst du beim Bestellen die Region "Germany - Frankfurt" auswählen, sonst landest du eventuell in einem US-DC.

Wenn deine Kunden besonders sensibel sind (Anwaltskanzleien, Ärzte, Steuerberater), gibt Hetzner als deutsches Unternehmen ein leichteres Verkaufsgespräch. Aber rein rechtlich sind beide einwandfrei DSGVO-konform.

Tipp: Du willst direkt loslegen? Hostinger KVM 2 in Frankfurt ist DSGVO-konform, hat 8 GB RAM und ist in 5 Minuten online. Hostinger KVM 2 ansehenAffiliate-Link — wir erhalten eine Provision, wenn du über diesen Link bestellst. Für dich ändert sich am Preis nichts.

UX und Onboarding: Hier liegt der größte Unterschied

Hier zeigt sich der Charakter der beiden Anbieter am deutlichsten.

Hetzner: Pragmatisch, schnell, ohne Schnörkel

Die Hetzner-Cloud-Konsole ist eine schlichte Web-UI mit allem, was du brauchst: Server erstellen, Image wählen, SSH-Key einfügen, fertig. Es gibt:

  • Cloud-Init-Snippets
  • Snapshots und Backups
  • Eine sehr saubere CLI (hcloud)
  • Eine gute API mit Terraform-Provider

Was es nicht gibt: One-Click-Templates für KI, vorinstallierte Stacks, geführte Tutorials in der UI. Hetzner geht davon aus, dass du weißt, was du tust. Für DevOps-Leute ist das ein Segen, für Einsteiger ein kleiner Hügel.

Hostinger: Geführte Erfahrung mit hPanel

Hostinger hat über die Jahre stark in UX investiert. Das hPanel ist freundlich, mit Wizard-Schritten, Tooltips und mittlerweile sogar AI-Templates, die OpenLLM-Stacks, n8n, WordPress oder OpenClaw direkt nach dem Bestellen installieren. Das spart 20-30 Minuten Setup, ist aber natürlich auch eine kleine Black-Box, in die du Vertrauen haben musst.

Praktisch nice: Hostinger bietet integriertes Monitoring, eine Browser-Konsole und einen "Reset Password"-Button direkt im Panel, falls du dich aussperrst. Bei Hetzner geht das auch, ist aber zwei Klicks weiter weg.

Support-Erfahrung

Beide Anbieter haben 24/7-Support. Hostinger antwortet im Live-Chat oft in unter 5 Minuten, mit englischer und deutscher Bedienung. Hetzner-Support kommt klassisch per Ticket und ist in technischen Fragen oft tiefer, dafür langsamer (1-4 Stunden Antwortzeit).

Wenn du nachts um 3 Uhr ein Deployment fixen musst und nicht weiterkommst: Hostinger-Live-Chat. Wenn du ein komplexes Routing-Problem hast: Hetzner-Ticket mit detaillierter Beschreibung.

Sicherheits-Features: Was bietet welche Plattform?

| Feature | Hetzner | Hostinger | |---|---|---| | Firewall (Cloud-Level) | Ja, kostenlos | Ja, kostenlos | | Backups | Optional, ~20 % vom VPS-Preis | Wöchentlich kostenlos im KVM 2+ | | DDoS-Schutz | Inklusive (volumetric) | Inklusive | | Snapshots | Ja, manuell oder automatisiert | Ja, manuell | | 2FA für Account | Ja | Ja, Pflicht für KVM-Käufe | | IPv6 | Ja, kostenlos | Ja | | Floating IPs | Ja | Nein | | Private Network | Ja, free zwischen Hetzner-VPS | Begrenzt |

Das wichtigste Feature für KI-Agenten: automatische Backups. Hostinger hat sie inkludiert, bei Hetzner kostet das extra. Das macht den 2 €-Hostinger-Vorteil bei der Backup-Sicherheit oft wieder wett.

Floating IPs und Private Networks sind Hetzners Stärke, wenn du mehrere Server orchestrieren willst (z. B. Load-Balancer + 2 Worker + 1 Datenbank). Für ein einzelnes OpenClaw-Setup brauchst du das nicht.

Sicherheits-Lock auf Tastatur

OpenClaw-Setup-Vergleich in der Praxis

Damit das nicht abstrakt bleibt, hier mein realer Workflow für beide Anbieter.

Hostinger KVM 2 Setup für OpenClaw (15 Minuten)

# 1. Bei Hostinger KVM 2 bestellen, Frankfurt, Ubuntu 22.04
# 2. SSH-Key beim Bestellen eintragen
# 3. SSH einloggen (IP aus dem hPanel)
ssh root@DEINE-IP

# 4. System updaten
apt update && apt upgrade -y

# 5. Node.js 22 via NodeSource
curl -fsSL https://deb.nodesource.com/setup_22.x | bash -
apt install -y nodejs git

# 6. OpenClaw klonen und installieren
git clone https://github.com/openclaw/openclaw-gateway.git /opt/openclaw
cd /opt/openclaw
npm install

# 7. .env-Datei mit ANTHROPIC_API_KEY
echo "ANTHROPIC_API_KEY=sk-ant-..." > .env
echo "TELEGRAM_BOT_TOKEN=..." >> .env

# 8. Als systemd-Service starten
systemctl enable --now openclaw

Hetzner CX22 Setup für OpenClaw (15-20 Minuten)

Identische Schritte, aber davor noch:

  • Cloud-Konsole-Account erstellen
  • Projekt anlegen
  • SSH-Key hochladen
  • Server erstellen mit Cloud-Init-Snippet (optional)

Praktisch ist Hetzners Cloud-Init-Funktion: Du klebst ein YAML in den "User Data"-Bereich, und der Server kommt nach dem Boot bereits mit Node.js, Git und dem Repo-Clone hoch. Bei Hostinger geht das nur über das AI-Template oder manuell nach dem ersten Login.

Beide Setups sind nach 15-20 Minuten produktiv. Hostinger ist für Einsteiger 5-10 Minuten schneller, Hetzner ist für DevOps mit Cloud-Init oder Terraform sogar minimal schneller.

Skalierungs-Pfade: Was passiert, wenn dein Bot wächst?

Wenn dein Telegram-Bot plötzlich 10.000 statt 100 User hat, brauchst du mehr Power. Wie schmerzhaft ist das Upgrade?

Hetzner: Vertical Scaling ist trivial. Du wechselst per Klick von CX22 auf CX42 oder CCX13. Reboot, fertig. Wenn du horizontal skalieren willst (mehrere VPS hinter Load-Balancer), ist Hetzner deutlich besser ausgestattet: Load-Balancer-Service kostet ab ~5 €/Monat, Floating IPs sind günstig, Private Networks sind frei.

Hostinger: Vertikales Upgrade geht auch, allerdings nur "nach oben" und meist nur zu bestimmten Wartungszeitpunkten. Horizontale Skalierung ist möglich, aber weniger ausgereift. Hostinger zielt eher auf den Single-Server-Use-Case ab.

Wenn du ahnst, dass dein Projekt zu einem echten SaaS wird mit mehreren Komponenten: Hetzner ist die zukunftssichere Wahl. Wenn du einen einzelnen Bot oder eine kleine Pipeline betreibst und das wahrscheinlich auch so bleibt: Hostinger reicht völlig.

Tipp: Für die meisten OpenClaw-Use-Cases ist Hostinger KVM 2 mit 8 GB RAM und Auto-Backups der einfachere Einstieg. Hostinger ansehenAffiliate-Link — wir erhalten eine Provision, wenn du über diesen Link bestellst. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Lessons Learned aus 18 Monaten Parallelbetrieb

Was die Marketingseiten dir nicht sagen, sondern erst der Alltag mit beiden Anbietern:

Hetzners Snapshot-Geschwindigkeit ist beeindruckend. Ich nehme vor jedem Major-Update einen Snapshot, das dauert 30-90 Sekunden, abhängig von der Disk-Größe. Wiederherstellen braucht ähnlich lang. Bei Hostinger sind die Backup-Restores gefühlt 3-5x langsamer, weil sie über das hPanel und ein Schedule-System laufen.

Hostingers AI-Templates sparen tatsächlich Zeit. Ich habe testweise einen frischen KVM 2 mit "Open Source AI Stack" gebucht – Ubuntu 22.04, Docker, Caddy, Node.js und ein paar gängige LLM-Tools waren in unter 8 Minuten installiert. Bei Hetzner musst du das alles manuell machen oder Cloud-Init schreiben.

Hetzners CLI ist Gold. Wenn du oft Server hochziehst und wieder löschst (für Tests, Demos, Kurz-Projekte), spart die hcloud-CLI massiv Zeit:

hcloud server create \
  --type cx22 \
  --image ubuntu-22.04 \
  --ssh-key meine-key \
  --location fsn1 \
  --name test-bot

Eine Zeile, 30 Sekunden später ist der Server da. Hostinger hat eine API, aber keine vergleichbar polierte CLI.

Hostingers Live-Chat-Support ist sein Geld wert. Ich hatte einmal um 23 Uhr ein Routing-Problem mit einer Domain – die Live-Chat-Person hat innerhalb von 8 Minuten einen Workaround gefunden. Hetzners Ticket-Support antwortete am nächsten Vormittag, dann allerdings mit einem deutlich tieferen technischen Vorschlag. Beide Modelle haben ihre Vorteile, je nach Problem.

Hetzners Network-Stability ist top. In 18 Monaten hatte ich auf dem Hetzner-Server zwei kurze Outages (jeweils unter 5 Min, beide angekündigt). Auf dem Hostinger-Server vier Outages, davon zwei unangekündigt. Beide Werte sind gut, aber Hetzner führt minimal.

Hostinger pusht öfter Upsells. Im hPanel gibt es regelmäßig Banner für Domains, Mail-Pakete oder Premium-SSL. Bei Hetzner ist das Interface puristisch, kein Cross-Selling. Wenn dich das nervt, weißt du jetzt, was dich erwartet.

Was ich nach 18 Monaten anders machen würde

Wenn ich heute neu starten würde mit dem Wissen von heute:

  1. Hostinger für den ersten Bot. Schneller im Setup, mehr RAM, Auto-Backups, weniger Gehirnschmalz. Die 2-3 € Aufpreis pro Monat sind die Zeitersparnis allemal wert.

  2. Hetzner ab dem zweiten Server. Wenn ich anfange, Multi-Server-Setups zu betreiben (Datenbank-Server + Worker-Server + Edge), dann auf Hetzner umsteigen, weil Floating-IPs, Private Networks und Load-Balancer dort ausgereifter sind.

  3. Backup-Plan ab Tag 1. Egal welcher Anbieter: Snapshots vor Updates, tägliche DB-Backups, weekly off-site-Backup auf einem dritten Provider (z. B. Backblaze B2). Das hat mich schon zweimal vor langem Wiederaufbau gerettet.

  4. Monitoring nicht vergessen. Beide Anbieter zeigen CPU/RAM-Graphen, aber das ersetzt kein echtes Application-Monitoring. Selbst-gehostetes Uptime-Kuma oder Healthchecks.io reichen für die meisten Fälle.

  5. DNS bei einem dritten Anbieter. Weder Hetzner noch Hostinger sind die besten DNS-Provider. Cloudflare oder DNSimple sind schneller und feature-reicher. Trenn DNS und Hosting bewusst.

Wann nimmst du welchen Anbieter?

Nimm Hetzner, wenn:

  • du DevOps-erfahren bist und CLI/Terraform/Cloud-Init liebst
  • du mehrere VPS orchestrierst (Load-Balancer, Worker-Pools)
  • du auf Listenpreis-Klarheit ohne 24-Monats-Bindung wert legst
  • dein Workload CPU-intensive Skills hat (Crawler, Bildverarbeitung)
  • du langfristig auf Hetzner-Cloud-Native-Stacks setzen willst
  • deine Kunden besonders auf "deutsches Unternehmen" achten

Nimm Hostinger, wenn:

  • du ein Solo-Entwickler oder Einsteiger bist
  • du in unter 30 Minuten produktiv sein willst
  • du mehr RAM/SSD pro Euro brauchst (RAG-Stacks, Vector-DBs)
  • dir Auto-Backups inklusive wichtig sind
  • du Live-Chat-Support bevorzugst
  • du AI-Templates für schnelles Onboarding nutzen willst

In meiner Praxis: Mein Production-Setup für die Lead-Pipeline läuft auf Hetzner, weil ich CPU-Stetigkeit für den Crawler brauche. Mein Experimentier-Setup für Bots, neue OpenClaw-Skills und Kunden-Demos läuft auf Hostinger, weil ich da schnell hochziehen, kaputtmachen und neu aufsetzen kann.

KI-Visualisierung mit Datenstrom

Was beide Anbieter NICHT bieten

Damit du keine falschen Erwartungen hast: Weder Hetzner noch Hostinger sind GPU-Cloud-Anbieter im großen Stil. Wenn du ein lokales LLM (Llama 3.1 70B, Mixtral, Qwen) selbst hosten willst, brauchst du dedizierte GPU-VPS oder dedizierte Server.

Hetzner hat ein Dedicated-GPU-Programm (z. B. EX44 mit AMD Radeon W7900) ab ~150 €/Monat für 24/7-Betrieb. Hostinger bietet derzeit keine GPU-VPS. Für 99 % der OpenClaw-Use-Cases brauchst du das aber nicht – die Anthropic-API erledigt die schwere Arbeit.

Wenn du wirklich lokale Modelle ausprobieren willst, schau dir lieber RunPod, Vast.ai oder GenesisCloud an. Für CPU-only-KI-Agenten sind beide hier verglichenen Anbieter perfekt.

FAQ

Welcher Anbieter ist günstiger für 8 GB RAM?

Hostinger ist mit dem KVM 2 (8 GB RAM, 100 GB SSD) bei aktivem Promo-Preis oft unter 5 €/Monat zu haben. Hetzner CX32 mit 8 GB RAM startet bei ~7 €/Monat ohne Promos. Wenn dir 8 GB RAM wichtiger sind als CPU, ist Hostinger der Preis-Sieger – allerdings mit Laufzeitbindung.

Kann ich von Hostinger nach Hetzner migrieren oder umgekehrt?

Ja, problemlos. Du erstellst auf dem neuen Anbieter einen frischen VPS, klonst dein Repo und kopierst die Datenbank-Files plus .env. Bei OpenClaw geht das in unter 30 Minuten, weil der Stack stateless ist und nur die SQLite-DB plus Skills-Ordner mitwandert. Plane bei WhatsApp-Bots Ausfallzeit für die erneute Pairing-Session ein.

Brauche ich für KI-Agenten unbedingt Frankfurt?

Wenn du DSGVO-Sensibilität hast oder Kunden in DE/AT/CH bedienst: ja. Frankfurt ist der zentralste DE-Standort und hat die niedrigste Latenz zu Anthropic-Endpoints. Hetzner Falkenstein und Nürnberg sind auch okay, nur 2-5 ms langsamer.

Sind die Ressourcen wirklich dediziert oder geshared?

Beide Anbieter setzen auf KVM-Virtualisierung. Die vCPUs sind in der Theorie geshared (mehrere Mieter pro Host), in der Praxis bekommst du die zugesicherten Zyklen 99 % der Zeit. RAM und SSD sind dediziert. Echte Dedicated-Cores findest du erst in höheren Tarifen (Hetzner CCX, Hostinger Premium-Tier).

Wie sieht es mit Backup-Strategien aus?

Hostinger macht wöchentliche automatische Backups der gesamten VPS, kostenlos im KVM 2+. Hetzner bietet "Backups" als Add-on (~20 % Aufpreis), oder du nimmst manuelle Snapshots (kostenlos) oder buchst BorgBackup-Storage. Für KI-Agenten reicht Snapshot vor Updates plus Git-basiertes Repo-Backup für den Code.

Welcher ist besser für mehrere parallele OpenClaw-Bots?

Wenn du 5+ Bots parallel betreibst und jedem eine eigene Memory-DB gibst, lohnen sich mehr RAM und mehr Storage. Hier ist Hostinger KVM 2 oder KVM 4 mit 8/16 GB RAM und 100/200 GB SSD attraktiver als ein vergleichbar günstiger Hetzner. Wenn die Bots aber CPU-intensive Skills laufen lassen (Web-Scraping, PDF-Generierung), ist Hetzner CX32 stabiler.

Fazit

Es gibt keinen "besten" Anbieter, nur den besten für deinen Use-Case. Wenn ich heute neu starten würde und mir einen Anbieter aussuchen müsste für ein typisches OpenClaw-Setup mit 1-3 Bots, würde ich mich für Hostinger entscheiden – wegen der einfachen UX, der inkludierten Backups und der besseren RAM/SSD-Ratio. Wenn ich einen produktionskritischen Crawler oder eine Multi-Server-Architektur betreiben müsste, ginge ich zu Hetzner für die saubere Cloud-Native-Story.

Beide Anbieter sind seriöse, DSGVO-konforme Optionen, mit denen du keine schlechten Entscheidungen triffst. Die schlechteste Entscheidung wäre, gar nicht anzufangen, weil du dich nicht zwischen den beiden entscheiden kannst. Nimm einfach den, dessen UX dir besser gefällt – migrieren kannst du später immer noch.